Das Projekt [PDF]


In Kürze

informiert Sie unser Flyer sicher drucken, den Sie als Druckvorlage herunterladen oder bei der Stiftung anfordern können.

Das Problem

In den Industrienationen nehmen Allergien und Entzündungen der Atemwege und der Haut dramatisch zu. Chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen sind die am stärksten steigende Todesursache - weltweit! An Feinstaubbelastungen sterben laut EU-Kommission allein in Europa jährlich 266.000 Menschen. Nach Einschätzung der US-Umweltbehörde gehen von der Innenraumluft die größten Risiken für die nationale Gesundheit aus.

Laserdrucker und Kopiergeräte sind zu einer höchst relevanten Belastungsquelle für die Raumluft geworden. Sie belasten millionenfach die Atemluft von Menschen mit einem ungefilterten Mix aus Schadstoffen, Feinstäuben und Partikeln. Toner sind sehr häufig mit Schwermetallen (Aluminium, Antimon, Chrom, Cobalt, Eisen, Kupfer, Mangan, Nickel, Zinn, Strontium ...), flüchtigen organischen Verbindungen wie Styrol und Benzol, ultragiftigen Organozinnverbindungen, wie Di- und Tributylzinn, Azofarbstoffen, Weichmachern und anderen Schadstoffen belastet. Zudem werden durch den Betrieb von Laserdruckern Feinstäube und ultrafeine Partikel, Flammschutzmittel und zum Teil immer noch Ozon freigesetzt. Lungengängige Nanobubbles wurden als tonertypische Schwermetalle und VOC identifiziert.

Schadstoffbelastungen und Emissionen sind höchst unterschiedlich und hängen offenbar von vielen Faktoren ab. Die Grundbelastung mit Feinstäuben liegt in Büros über dem Grenzwert für die Außenluft und kann mit jedem Druckauftrag zunehmen. Dies zeigen die Messungen im Rahmen der deutschen Tonerpilotstudie. Die Nutzer sind den Emissionen ahnungs- und schutzlos ausgeliefert.

nano-Control hat 2.500 konkrete Verdachtsmeldungen von Gesundheitsschädigungen durch Toner registriert. Dies ist zweifellos nur die Spitze eines gewaltigen und globalen Problems mit ernsten gesundheitlichen, sozialen Auswirkungen und enormen volks- und betriebswirtschaftlichen Kosten. 81 % der Betroffenen erleiden einen chronischen Gesundheitsschaden. 47 % werden schwer bis sehr schwer geschädigt und 37 % berufsunfähig. Servicetechniker und Beschäftigte aus der Produktion sind besonderen Risiken ausgesetzt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung schließt gesundheitliche Risiken nicht mehr aus.  Druckerhersteller warnen in Sicherheitsdatenblättern sogar selbst vor Reizungen der Augen, der Haut und sogar vor Lungenschädigungen.

Seit über 15 Jahren geben internationale Humanstudien wissenschaftlich belastbare Hinweise für Schädigungen von Menschen durch Tonerstäube. Dieser Verdacht hat sich weiter verstärkt. Wissenschaftler der Universitäten Freiburg haben festgestellt, dass Markentoner und Emissionen aus Laserdruckern schon nach Minuten gentoxisch auf menschliche Lungenzellen wirken. Dies bedeutet Krebsgefahr. Patienten reagierten mit zellschädigendem oxidativen Stress, allergischen Reaktionen und zum Teil wochenlangen Beschwerden.. Im Auftrag der Stiftung nano-Control haben Forscher der Uni Rostock Lungenzellen eines an Lungenkrebs verstorbenen Technikers untersucht und die Tonerpartikel in den Lungenzellen nachgewiesen. Sogar in der Bauchhöhle einer Patientin wurden jetzt schwarze Ablagerungen gefunden und als Toner ihres Laserdruxkers identifiziert.

Die Stiftung nano-Control engagiert sich für gesunde Raumluft. Sie setzt sich für die weitere Erforschung der Druckeremissionen und vor allem deren Wirkung auf die Menschen und für Lösungen ein. Aufgrund der bestehenden Verdachtslage und der großen Zahl von Menschen, die dauerhaft und schutzlos den Emissionen aus Laserdruckgeräten ausgesetzt sind, ist es schon jetzt  angezeigt, mögliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen und nicht auf den endgültigen wissenschaftlichen Beweis der schädigenden Wirkungen zu warten. Dies gebietet auch das in der Europäischen Union geltende gesundheitliche Vorsorgeprinzip.

Lösungen

Belastungen der Atemluft durch das Drucken sind vermeidbar, da es eine ganze Reihe von geeigneten Lösungsansätzen gibt, wie zum Beispiel

  • Aufklärung der Anwender und Verhaltensempfehlungen.
  • Einsatz alternativer Drucktechnik (Tinte, Gel, Nadel)
  • Einsatz professioneller Filter und Luftreinigungsgeräte
  • Entwicklung schadstoffarmer und humanverträglicher Toner
  • Kapselung und Separierung der Geräte
  • Be-/ Entlüftung der Druckerräume
  • Wartung der Geräte und Schutzkleidung für Servicetechniker
Lösungen für globale Umweltprobleme sind auch globale Marktchancen für unsere Industrie.


Ziele und Aufruf

Die Stiftung nano-Control führt in Kooperation mit engagierten Partnern das Projekt sicher drucken durch, um durch konkrete Maßnahmen und Entwicklungen ein sicheres Drucken zu ermöglichen und so einen bedeutsamen Beitrag zur Verbesserung der Innenraumluft zu leisten und Gesundheitsschäden vorzubeugen.
Das Projekt sicher drucken  steht allen offen, die bereit sind, einen geeingeten Beitrag zu leisten, um die vermeidbaren Belastungen der Atemluft und die daraus resultierenden Gesundheitsrisiken zu beseitigen und das Drucken sicherer zu machen.
Die Stiftung nano-Control lädt hiermit Unternehmen, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Vereine, Verbände, Stiftungen, Wissenschaftler und Privatpersonen ein, sich am Projekt sicher drucken aktiv zu beteiligen.

Helfen Sie mit, damit  gesundheitsschädliche Emissionen aus Laserdruckern schon bald der Vergangenheit angehören. Leisten Sie einen Beitrag für gesunde Raumluft, denn Atmen heißt Leben.


Maßnahmen

  1. Information und Beratung der Öffentlichkeit, insbesondere von Verbrauchern, Arbeitnehmern, Gewerkschaften, Betriebs- und Personalräten und Unternehmen durch
    • Bereitstellung der Informationsplattform www.sicher-drucken.de,
    • Flyer und Informationsschriften,
    • Warntafeln und Aufklebern,
    • Film (Podcast),
    • Medieninformationen,
    • Vorträge und Diskussionsveranstaltungen.
  2. Initiierung und Förderung gezielter Forschungsvorhaben.
  3. Optimierung von Filterlösungen auf der Basis der Forschungsergebnisse.
  4. Förderung von alternativen Druckkonzepten (Tinte, Gel, Thermo, Nadel).
  5. Entwicklung und Verbreitung von Druckkonzepten für den Consumer- und Businessbereich, unter Berücksichtigung von empfindlichen (Kinder, Schwangere, Kranke) und besonders stark exponierten Personengruppen (Servicetechniker, Copyshops).
  6. Förderung von schadstoffminimierten Tonern und Entwicklung biologischer Prüfverfahren für humanverträgliche Toner.
  7. Produktkontrollen von Tonern und Emissionen und Veröffentlichung der Ergebnisse.
  8. Förderung spezieller Prüfkonzepte und Prüfmethoden zur Sicherung gesundheitlich verträglicher Innenraumluft.
  9. Förderung der Entwicklung qualifizierter Produktsiegel.
  10. Vergabe des Stiftungspreises Atmen heißt Leben.